An einem grauen Jännernachmittag starrt die Claire a bisserl zu lang auf ihre Gasrechnung. Im Hintergrund murmelt der Fernseher, ihr Tee is kalt worden, und draußen wird’s eh schon finster. Sie is 63, lebt allein in ana kleinen Wohnung, und ihre Pension soll am 1. Jänner anfangen. Sollt sich wie Freiheit anfühlen. Stattdessen kritzelt sie Zahlen auf an Notizzettel, streicht’s wieder durch, fangt von vorn an. Miete, Essen, Heizen, Krankenversicherung, a bissl was fürs Geburtstagsgeschenk fürs Enkerl. Und a Zeile, die sie immer wieder einkreist: „Kleine Freuden“.
Wie viel Geld braucht’s wirklich, um allein zu leben, ohne dass sich jedes Mal so a leiser Knoten im Bauch zamzieht, wennst die Banking-App aufmachst?
Sie flüstert die Frage laut, als würd dann endlich a Antwort auftauchen.
Die echte Zahl: Wie viel Pension für a ruhiges Leben allein?
Für a Einzelperson, die im Jänner in Pension geht, landen die meisten Fachleut mittlerweile bei einer Kernzahl: ungefähr 1.800 bis 2.200 Euro netto im Monat, damit man allein in einer mittelgroßen europäischen Stadt wirklich gmiatlich leben kann. Kein Luxus. Nur ned bei jedem Einkauf jede Weintraube abzählen. Da drin sind Miete für a bescheidene Wohnung, Fixkosten, Essen (ned immer nur die billigste Marke), Öffis, grundlegende Gesundheitsausgaben und a kleines, aber wichtiges Budget fürs Rausgehen oder Leut treffen.
Unter ungefähr 1.500 Euro beschreiben viele Pensionist:innen dasselbe Gefühl: ständig rechnen, immer. Über 2.200 Euro wird der Spielraum deutlich spürbar.
Nimm den Marc, 66, Witwer, lebt allein in ana Kleinstadt in der Nähe von Lyon. Seine Pension? 1.950 Euro netto. Die Miete is 650 Euro für a Zwei-Zimmer-Wohnung, ohne Betriebskosten. Dazu kommen 200 Euro für Energie und Telefon, 350 Euro fürs Essen, 150 Euro für Verkehr und Sprit, 120 Euro für gesundheitsbezogene Kosten. Nach diesen Fixausgaben bleiben ihm meistens rund 400 bis 450 Euro „frei“ im Monat. Davon gehen Essen gehen, Geschenke, Gewand, kleine Reparaturen daheim, und einmal im Jahr a Urlaub am Meer.
Wie letzten Winter der Boiler eingegangen is, haben die 700 Euro Rechnung weh getan. Aber’s hat ihm ned das ganze Jahr z’sammghaut. Das is der Unterschied zwischen überleben und leben.
Die Rechnung hinter dieser „idealen Pension“ kommt aus echten Haushaltsbudgets, ned aus Theorie. Statistikstellen schätzen oft, dass a alleinstehende Person in der Pension ungefähr 70–75 % vom letzten Nettogehalt braucht, um einen ähnlichen Lebensstandard zu halten. Warum weniger als 100 %? Keine Pensionsbeiträge mehr, weniger berufliche Ausgaben, oft a abbezahltes Auto oder günstigere Mobilität.
Wenn dein letztes Nettogehalt also bei ungefähr 2.500 Euro war, ergibt a Ziel von etwa 1.800 bis 1.900 Euro Pension fürs Alleinleben durchaus Sinn. Rechnet man Inflation, Energieschocks und die berühmten „unerwarteten“ Ausgaben dazu, die trotzdem immer pünktlich kommen, dann is das ungefähr der Bereich, wo die Angst langsam leiser wird.
Wie du dorthin kommst: Was du vor dem Jänner noch anpassen kannst
Der erste konkrete Schritt vor dem Pensionsstart im Jänner is brutal einfach: Schreib dein zukünftiges Budget als Alleinlebende:r auf - so, als wärst schon in Pension. Auf die eine Seite: sichere Einnahmen (Pension, Renten, Mieteinnahmen). Auf die andere Seite: Fixkosten, von denen du weißt, dass sie mindestens ein Jahr lang bleiben. Miete oder Grundsteuer, Energie, Internet, Handy, Versicherungen, Öffi-Ticket oder Sprit, Lebensmittel, Abos.
Dann kommt a Zeile „Leben“. Kaffee auswärts, Kino, Friseur, Hobbys, a Wochenendtrip. Wennst es ned aufschreibst, verschwindet’s. Und wenn’s am Papier verschwindet, verschwindet’s oft auch im echten Leben.
Viele unterschätzen in Zukunft vor allem eins: wie schwer Wohnen im Alleinbudget wiegt. Eine Person zahlt die ganze Miete oder den ganzen Kredit allein - das ändert alles. Den Moment kennt eh jede:r, wo a Rechnung, die früher geteilt war, sich im Kopf plötzlich verdoppelt. Wenn deine Wohnkosten schon mehr als 35 % von deiner zukünftigen Pension fressen, wird der Rest schnell eng.
Darum verkleinern manche still und leise ein oder zwei Jahre vor der Pensionierung. Kleinere Wohnung, bessere Dämmung, oder ein paar Gassen weiter, wo die Miete um 150 Euro niedriger is. Am Papier schaut’s nach wenig aus. Übers Jahr sind das 1.800 Euro, die aus Angst wieder Luft zum Atmen machen.
Viele Berater:innen sagen Leuten wie der Claire denselben Satz: Pension is a neuer Job - dein Job is, dein zukünftiges Ich vor Stress zu schützen.
„Schau dir deine Zahlen an, als würdest du einer guten Freundin helfen“, sagt Julien, Finanzplaner mit Schwerpunkt Übergang in die Pension. „Menschen sind zu sich selbst härter, als sie’s je zu jemandem wären, den sie lieben. Wenn a Freundin sagt, sie braucht 200 Euro mehr im Monat, um sich sicher zu fühlen, würdest du ned sagen ‚übertrieben‘, sondern ‚vernünftig‘.“
- Liste deine Fixkosten pro Monat jetzt auf und rechne sie für die Pension neu (weniger Wege, vielleicht mehr Heizkosten).
- Schau deine voraussichtlichen Pensionsansprüche online nach und vergleich die Zahl mit dem Komfortbereich von 1.800–2.200 Euro.
- Stell vor dem Jänner an einem großen Hebel: Wohnen, Zusatzeinkommen oder ein gleitender Ausstieg statt einem harten Schnitt.
Die emotionale Seite von einer „Zahl“
Sobald die Zahl am Papier steht, verschiebt sich was. Bei manchen kommt Erleichterung: „Okay, i bin über den 1.800, das geht sich aus.“ Bei anderen sticht’s: „Also passt, i geh mit 1.350 in Pension.“ Dieses Gefühl is so real wie die Euros am Konto. Und trotzdem is es ned das Ende der Geschichte. Komfort kommt ned nur von der Höhe, sondern davon, wie planbar und sicher sich das Ganze anfühlt.
A kleinere, garantierte Pension mit niedrigen Wohnkosten kann ruhiger sein als a höheres, aber unsicheres Einkommen, bei dem dich jede Heizperiode wieder nervös macht.
Seien wir ehrlich: Niemand trackt jeden Cent jeden Tag. Die Leut leben, verlieren Kassazetteln, helfen einem Kind grad im falschen Moment fürs eigene Budget. Ziel is ned, dass du Buchhalter:in von deinem Leben wirst. Ziel is, dass du ungefähr weißt, wo deine persönliche „Wohlfühllinie“ liegt. Manche sind mit 1.600 Euro glücklich, weil sie garteln, Dienste mit Nachbar:innen tauschen, kaum reisen. Andere brauchen 2.200 Euro, weil Familie besuchen oder Konzerte fix dazugehören.
Keine von den Gruppen liegt falsch. Es sind einfach unterschiedliche Definitionen von „genug“.
Ab da geht’s oft weg von Zahlen hin zu Entscheidungen: Willst du a kleine selbständige Tätigkeit ein, zwei Tage pro Woche behalten, um aufzubessern und a sozialen Rhythmus zu haben? Wär Wohnen teilen irgendwann a Option, wenn die Preise weiter steigen? Würdest eher aufs Auto verzichten oder auf Urlaub?
Für manche is der echte Luxus mit 65 ned a höhere Pension, sondern das Gefühl, dass sie niemanden um Hilfe bitten müssen. Für andere is der Luxus, Hilfe anzunehmen - ohne Scham. Die „ideale Pension“ is kein Naturgesetz. Sie is a Kompass, damit du dich ehrlich fragen kannst, welche Art von Alleinleben im Alter du nächstes Jahr im Jänner aufwachst - und im Jänner danach.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für die Leser:innen |
|---|---|---|
| Komfortbereich | Ziel: ca. 1.800–2.200 € netto/Monat für ein alleinstehendes, städtisches, bescheiden komfortables Leben | Gibt einen konkreten Richtwert statt vager Sorgen |
| Budget-Übung | Pensionisten-Budget vor dem Jänner Zeile für Zeile durchrechnen | Zeigt Lücken früh genug, um Wohnen oder Einkommen anzupassen |
| Persönliches „Genug“ | Zahl an den echten Lebensstil und an Nicht-Verhandelbares anpassen | Hilft, Pension so zu gestalten, dass sie sich wie Freiheit anfühlt, ned wie Einschränkung |
FAQ:
- Frage 1 Reichen 1.500 € pro Monat, um in der Pension allein zu leben?
- Frage 2 Wie kann i meine zukünftige Pension bis Jänner abschätzen?
- Frage 3 Welche Ausgaben unterschätzen die meisten alleinstehenden Pensionist:innen?
- Frage 4 Sollt i die Pensionierung verschieben, wenn meine Pension zu niedrig ausschaut?
- Frage 5 Wie kann i meinen Komfort erhöhen, ohne dass i meine Pension dramatisch erhöhen muss?
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