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Ich hab’ die Heizung ständig höher gedreht, war aber immer noch kalt – Experten erklären, warum das daheim oft passiert.

Person entlüftet einen Heizkörper mit einem Schlüssel und hält eine Tasse, um Wasser aufzufangen.

At erst hab i glaubt, mei Thermostat lügt mi an.
Am Display ham’s stolz 22 °C aufblinkt, dann 23, dann 24.
Und trotzdem bin i in meinem eigenen Wohnzimmer g’sessen, in a Decken eing’wickelt, Zechn taub, Finger kalt, und hab mi g’fragt, ob i auf amoi zu so ana Person wor’n bin, die „immer friert“.

Die Heizkörper waren heiß zum Angreifen.
Da Kessel war grad serviciert worden.
Die Rechnungen sind g’stiegen, aber die Wärme is irgendwie nie wirklich angekommen.

A Freundin hat beim Kaffee so nebenbei g’sagt: „Weißt eh, vielleicht is des Problem gar net dei Heizung.“
Der Satz is ma picken blieb’n.
Weil was, wenn’s eigentliche Problem was is, was die meisten von uns nie anschauen?

Warum si dei Zuhause kalt anfühlt, obwohl da Thermostat hoch steht

Die G’schicht fangt fast immer gleich an.
Du kummst hoam, spürst an Zug, drehst den Thermostat a Stuferl rauf, dann no oans, dann no oans.
Es klickt, da Kessel brummt, die Heizkörper zischen - und trotzdem fühlst di bis in die Knochen eiskalt.

Du gehst von Raum zu Raum: In manchen Eckn is es okay, in andern is es wia in an leerstehend’n Lagerhaus.
Du gibst dem Wetter die Schuld, deiner Durchblutung, vielleicht deinem Alter.
Währenddessen bereitet si dei Energierechnung still und leise auf a böses Erwachen vor.

Die komische Wahrheit is: A „warmes“ Haus am Papier kann si in echt kalt anfühlen.
Was da Thermostat sagt und was dein Körper spürt, san oft zwoa komplett unterschiedliche G’schichten.

Nimm die Emma, 37, die in am Doppelhaus aus de 1970er wohnt.
Letzten Winter hat’s jeden Abend auf 24 °C aufdraht und is trotzdem unter ana Fleecedecken g’hockt.
In der Früh war’s Schlafzimmer wia a Kühlschrank, egal wie lang die Heizkörper gloffen san.

Sie hat an Installateur/Heiztechniker g’ruafn, weil’s überzeugt war, da Kessel geht ein.
Der Techniker hat alles durchg’schaut, is dann ganz ruhig zur Haustür gangen und hat mit da Hand den Rahmen entlang g’fahrn.
A ganz leichter Luftzug hat eam die Härchen aufg’stellt.

Dann hat er a klane Wärmebildkamera auspackt.
Am Bildschirm san die Wänd rund um die Fenster und die Dachbodenluckn dunkelblau aufg’leuchtet - klassische Wärmeverlust-Stelln.
Da Kessel war in Ordnung.
Des Haus hat Wärme verloren wia a Luftballon mit an Loch.

Des is da stille Übeltäter, auf den Expert:innen immer wieder hinweisen: net dein Kessel, sondern die Gebäudehülle.
Kalte Luft schleicht durch Spalten eine, während wertvolle warme Luft durch schlecht gedämmte Dächer, Wänd und Böden entwischt.

Dein Thermostat reagiert auf die Lufttemperatur genau dort, wo er hängt - net auf den Zug, der dir unterm Tisch bei die Knöchel reinblast.
Also fordert er immer mehr Wärme an, während sich dei Haus aufführt wia a Nudelsieb im Waschbecken.

Und da is no a zweite Ebene: die Strahlungstemperatur.
Wenn Wänd und Fenster kalt san, strahlt dein Körper Wärme dorthin ab, und du frierst, obwohl die Luft „eh warm“ is.
Darum is neben am einfach verglasten Fenster im Winter sitzen so brutal - egal was am Thermostat steht.

Du bild’st dir des net ein - a Haus kann am Display warm sein und auf da Haut gleichzeitig kalt.

Kleine Expert:innen-Tricks, die mehr aufwärmen als nur am Räd’l drehen

Der erste Tipp is eigenartig unsexy: Find heraus, wo die Kälte wirklich herkommt.
Stell di barfuß oder in dünne Socken hin und geh an kühlen Abend langsam durchs Haus.
Schau, wo’s dir bei die Knöchel zieht, wo da Boden auf amoi kälter wird, wo rund um Fenster und Türen Luft in Bewegung is.

Roll a Taschentuch z’samm und halt’s zu Rahmen, Steckdosen an Außenwänd, Briefkastenschlitz, Dachbodenluckn.
Wenn’s flattert, host a Undichtheit g’funden.
Leg die Hand flach auf die Wand neben am Fenster - wenn die deutlich kälter is als da Raum, dann is des a Wärmesenke, net bloß „schlechtes Wetter“.

Expert:innen sagn oft: Da g’scheiteste Euro is der, den ma zuerst ins Abdichten steckt, net ins Aufdrehn der Heizung.
Du jagst net nur Komfort nach - du stopfst auch finanzielle Löcher.

Dann kummt der Teil, vor dem ma uns a bissl fürcht’: Gewohnheiten ändern.
Energieberater:innen wiederholen dieselbe einfache Regel: Thermostat um a paar Grad runter, aber stabil halten, und stattdessen aufs Gebäude konzentrieren.
Der Schock: Wenn die Leckagen weniger werden, kann si 20 °C wärmer anfühlen als früher deine 23 °C.

Dicke Vorhänge, die wirklich bis übern Fensterrahmen gehn, Zugluftstopper unterm Türspalt, Dichtband rund um alte Fenster, die Dachbodenluckn dämmen - des san ka glamourösen Jobs.
Aber’s ändert, wie a Raum Stunde um Stunde die Wärme hält.

Hand aufs Herz: Ka Mensch macht des jeden Tag konsequent.
Ma zieht an Pulli mehr an, druckt no amoi am Thermostat, und nimmt si vor, „irgendwann amoi“ die Dämmung anzuschaun.
Währenddessen benimmt si’s Haus weiter wia a offener Kühlschrank.

Alle Expert:innen, mit denen i g’redt hab, ham dasselbe g’sagt: Die echte Schlacht is net die Kälte draußen - sondern die Wärme, die drinnen entkommt.

Mehrere Spezialist:innen meinen außerdem, ma sollt neu überlegen, was „zu kalt“ dahoam überhaupt heißt.
A Bauphysiker hat’s so z’sammg’fasst:

„Leut geb’n oft der Heizung die Schuld, weil des des is, was ma sieht und angreifn kann.
Dabei is in mehr als der Hälfte der Fälle des Kernproblem schlechte Dämmung, unkontrollierte Zugluft oder schlecht verteilte Wärme in den Räumen.“

Dann kommen immer wieder ein paar fast langweilige, aber spielverändernde Basics:

  • Heizkörper zu Beginn der Heizsaison entlüften, damit die Wärme gleichmäßig verteilt wird.
  • Möbel und dicke Vorhänge von Heizkörpern weghalten, damit die warme Luft zirkulieren kann.
  • Thermostatventile an den Heizkörpern nutzen, damit manche Räume net überhitzen, während andere auskühlen.
  • Dachboden- und Dachdämmung verbessern, bevor ma in an größeren Kessel investiert.
  • Offensichtliche Zugluft bei Fenstern, Türen und Briefkastenschlitzen mit günstigen Dichtstreifen oder Bürsten abdichten.

A Heiztechniker hat g’scherzt, er könnt die Hälfte seiner „Bei mir is immer kalt“-Einsätze sparen, wenn die Leut des zuerst machen würden.
Das „mysteriöse Frieren“ wird auf amoi viel weniger mysteriös, wenn ma sieht, wo die Wärme leise davonrinnt.

Neu denken, was a wirklich warmes Zuhause bedeutet

Sobald du verstehst, dass Komfort a Mischung aus Lufttemperatur, Strahlungswärme, Luftfeuchtigkeit und Zugluft is, ändert si dei Verhältnis zum Thermostat.
Er is dann ka Zauberstab mehr, sondern nur a Werkzeug unter mehreren.

Vielleicht merkst, dass a Teppich am nackerten Boden mehr bringt als a Grad mehr am Räd’l.
Oder dass schwere Vorhänge zuaziehn, sobald die Sunn untergeht, die Abendkälte draußen lässt, wo’s hing’hört.
Vielleicht findst sogar, dass es sich natürlicher anfühlt, ein oder zwoa Haupträume g’scheit zu heizen und wenig genutzte Räume kühler zu lassen - statt’s ganze Haus wia a Hotel gleichmäßig auf Temperatur zu bringen.

Wir kennen des alle: Du zitterst in deinem eigenen Zuhause und fühlst di irgendwie schuldig, weil du’s net „besser im Griff“ host.
Aber die Botschaft der Expert:innen is überraschend beruhigend: Dein Körper is net das Problem, deine Wahrnehmung is net falsch, und du bist net pingelig.
A wirklich warmes Zuhause is eins, das die Wärme behält, für die du sowieso schon zahlst - das di sanft „einpackt“, statt gegen di zu arbeiten.
Und des fangt lang an, bevor du am Wandal den kleinen „Plus“-Knopf druckst.

Kernpunkt Detail Nutzen für dich
Wärmelecks stoppen Zugluft rund um Fenster, Türen, Böden und bei der Dachbodenluckn finden und abdichten Sofort mehr Komfort und niedrigere Kosten, ohne den Kessel zu tauschen
Über Lufttemperatur hinausdenken Kalte Wänd, Böden und Fenster „stehlen“ Körperwärme, auch wenn die Luft warm wirkt Erklärt das „mysteriöse Frieren“ und hilft bei g’scheiteren Komfort-Entscheidungen
Bestehende Heizung optimieren Heizkörper entlüften, freihalten, Thermostatventile g’scheit einsetzen Gleichmäßigere Wärme, weniger Energieverschwendung, weniger frustrierende Kältezonen

FAQ:

  • Warum frier i dahoam, wenn der Thermostat 22 °C anzeigt?
    Der Thermostat misst die Lufttemperatur an einem Punkt - net die Temperatur von Wänd, Böden und Fenstern. Wenn die Oberflächen kalt san oder Zugluft da is, verliert dein Körper Wärme dorthin, und du frierst auch bei 22 °C.
  • Is mein Kessel zu klein, wenn’s nie warm genug wird?
    Net unbedingt. Oft is der Kessel eh in Ordnung, aber’s Haus verliert die Wärme schnell durch schlechte Dämmung und Undichtheiten. Die Gebäudehülle zu checken is meist Schritt eins, bevor ma Geräte aufrüstet.
  • Was is der schnellste, günstige Weg, dass i mi wärmer fühl?
    Offensichtliche Zugluft bei Türen und Fenstern abdichten, in der Nacht Vorhänge schließen und Teppiche auf kalte Böden legen. Des hat oft sofort an merkbaren Effekt.
  • Wird’s schneller warm, wenn i den Thermostat höher dreh?
    Na. Die meisten Anlagen heizen mit derselben Geschwindigkeit; a höherer Sollwert heißt nur, dass sie länger rennt, net schneller. Du riskierst nur, dass du überschießt und mehr Energie verbrennst als nötig.
  • Wann sollt i a Fachkraft rufen wegen am kalten Zuhause?
    Wenn du Heizkörper entlüftet host, Zugluft reduziert host, Vorhänge und Teppiche nutzt, aber trotzdem sehr ungleichmäßige Temperaturen oder extrem hohe Rechnungen host, kann a Heiztechniker:in oder Energieberater:in Dimensionierung, hydraulischen Abgleich und Dämmung im Detail prüfen.

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