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Hygiene ab 60: Experten sagen, tägliches oder wöchentliches Waschen ist nicht ideal. Sie verraten, wie oft Duschen wirklich gesund hält.

Frau stellt Thermostat ein, hält Dusche, Handtuch um Körper gebunden, Sonnenlicht durchs Fenster, Pflanze im Hintergrund.

Der heisse Wasserstrahl trifft deine Schultern, und für einen Moment fühlt’s sich an, als würd der Tag mitsamt dem Schaum einfach abg’spült. Du lehnst di an die geflieste Wand, die Knie nimmer so stabil wie früher, und du fragst di plötzlich was, was du mit 30 nie in Frage g’stellt hättest: „Tut ma des tägliche Duschen überhaupt no guat?“

Dermatolog:innen sagen, ältere Haut is dünner, empfindlicher und wird schneller „entfettet“. Geriater:innen sorgen sich wegen Schwindel unter der Dusche, Stürzen und Blutdruckabfällen. Und trotzdem spukt da alte Grundsatz im Kopf herum: Sauber heisst täglich waschen, oder?

In letzter Zeit is dir vielleicht aufg’fallen, dass die Waden dauernd jucken, die Unterarme wie Krepppapier ausschauen und die Hände einreissen, egal wie viel Creme du verwendest. Du stehst da zwischen heissem Wasser und kaltem Zweifel und spürst: Hygiene nach 60 is vielleicht doch net so simpel wie „jeden Tag“ oder „einmal in der Woche“.

Was, wenn das eigentliche Geheimnis irgendwo dazwischen liegt?

Der Mythos von der „richtigen“ Häufigkeit: Täglich vs. wöchentlich is ned die eigentliche Frage

Frag zehn Menschen über 60, wie oft sie duschen, und du kriegst zehn verschiedene Antworten – jede verteidigt wie a Familienrezept. Die einen schwören auf ihre Morgendusche jeden einzelnen Tag, als Ritual zum Wachwerden für Körper und Kopf. Andere geben leise zu, dass sie am Sonntag den Duschhocker ins Bad stellen – und das reicht ihnen völlig.

Das Kuriose: Beide Gruppen klagen oft über die gleichen G’schichten – gespannte Haut, Reizungen an den gleichen empfindlichen Stellen und diese nagende Angst, net „frisch genug“ zu riechen. Hygiene wird weniger a Frage von Schmutz, sondern mehr von Unsicherheit.

Dermatolog:innen, die mit Senior:innen arbeiten, sehen immer wieder dieselben Muster. Eine französische Dermatologin hat von Patient:innen in den 70ern erzählt, die täglich mit parfümiertem Duschgel schrubben und sich dann wundern, warum die Beine rot sind und schuppen. Ein italienischer Geriater hat von einem 82‑jährigen Mann berichtet, der nur alle zehn Tage duscht „zum Energiesparen“, aber dazwischen so viel Deo und Puder verwendet, dass die Haut kaum mehr atmen kann.

Wir kennen das alle: Der Moment, wo Gewohnheiten, die jahrzehntelang funktioniert haben, plötzlich gegen uns arbeiten. Das Problem is net nur, wie oft du dich wäschst, sondern was diese Wascherei mit einem Körper macht, der sich im Stillen verändert hat.

Nach 60 produziert die Haut weniger Talg – das natürliche Fett, das schützt und geschmeidig hält. Die Schutzbarriere wird schwächer, das Mikrobiom verändert sich, und das Immunsystem wird langsamer. Tägliches Ganzkörperwaschen mit heissem Wasser und „aggressiven“ Produkten kann das bissl Schutz, das noch da is, runterholen – es entstehen Mikro‑Risse und damit mehr Eintrittsstellen für Keime. Umgekehrt: Wenn ma zu selten wäscht, sammeln sich Schweiss, abgestorbene Hautzellen und Bakterien in Hautfalten – das erhöht das Risiko für Pilzinfektionen und unangenehme Gerüche.

Die eigentliche Frage is also net „täglich oder wöchentlich?“, sondern: Wie unterstützt du deine Haut, statt gegen sie zu arbeiten?

Der Sweet Spot, den Expert:innen mögen: gezieltes Waschen und die „alle 2–3 Tage“-Regel

In Dermatologie und Geriatrie kommt eine Empfehlung immer wieder: Für die meisten gesunden Menschen über 60 passt eine Ganzkörperdusche alle 2–3 Tage – plus tägliches gezieltes Waschen der wichtigen Zonen. Das heisst: jeden Tag dort sauber machen, wo’s wirklich nötig is: Gesicht, Achseln, Leiste, Po, Füsse und Hautfalten.

Der Rest vom Körper kann oft 48–72 Stunden warten, ohne dass hygienisch „was passiert“. Ein warmer Waschlappen am Waschbecken, ein mildes Reinigungsprodukt, ein Handtuch in Griffnähe – das reicht an Nicht‑Dusch‑Tagen oft völlig. Überraschend: Viele berichten nach der Umstellung von weniger Geruch, net mehr – weil sich das Hautmikrobiom wieder beruhigt.

Eine 67‑jährige Pensionistin (frühere Krankenschwester), mit der ich gesprochen hab, war überzeugt, sie macht „alles richtig“: heisse Dusche in der Früh und am Abend. Die Waden haben gebrannt, der Rücken hat g’schält, die Haare waren stumpf. Der Arzt hat ihr geraten: nur mehr alle drei Tage Ganzkörperdusche, dafür täglich a kurzes „oben und unten“-Waschen am Waschbecken. Sie hat Duschgel gegen a parfümfreies, lipidreiches Reinigungsprodukt getauscht und die Wassertemperatur a Stück runtergedreht.

Drei Wochen später war sie fast grantig: Warum hat ihr das keiner früher gesagt? Der Juckreiz war weg, die Haut hat weniger „blau“ und empfindlich ausgeschaut, und sie war weniger fertig – weil sie sich nimmer zweimal täglich durch diesen Marathon auf rutschigen Fliesen kämpfen hat müssen.

Biologisch ergibt das Sinn. Beim Duschen – besonders mit heissem Wasser – werden Oberflächenfette gelöst und entfernt, die die Feuchtigkeit in der Haut halten. Mit dem Alter braucht die Haut länger, um diesen dünnen Schutzfilm wieder aufzubauen. Ein 24‑Stunden‑Rhythmus, der mit 30 noch gepasst hat, fühlt sich mit 70 oft zu viel an. 48–72 Stunden geben der Barriere Zeit zur Erholung, während tägliches gezieltes Reinigen dort sauber hält, wo Bakterien gern sitzen.

Seien wir ehrlich: Perfekt macht das eh niemand jeden Tag. Aber wenn du dein Ziel auf diesen Rhythmus einstellst, kann das dein Wohlbefinden und deine Gesundheit deutlich verbessern. Deine Haut is net „schmutzig“, nur weil du heut in der Früh net geduscht hast.

Wie du nach 60 duschst, damit Haut, Gelenke und Kreislauf „Danke“ sagen

Stell dir eine Dusche vor, die sich mehr wie a sanfte Behandlung anfühlt als wie ein Kampf gegen „Dreck“. Fang mit lauwarmem Wasser an: Sauna‑Hitze trocknet reife Haut aus und kann Schwindel auslösen. Halt die Dusche kurz – 5–10 Minuten statt 20. Verwende ein mildes, nicht stark schäumendes, parfümfreies Reinigungsprodukt nur an den entscheidenden Stellen: Achseln, Leiste, Po, Füsse und Hautfalten.

Für Arme, Beine, Brust und Rücken empfehlen viele Fachleute an den meisten Tagen schlicht Wasser – und nur bei jeder zweiten oder dritten Dusche ein mildes Reinigungsprodukt. Danach mit einem weichen Handtuch abtupfen, net rubbeln, und innerhalb von drei Minuten eine reichhaltige Bodylotion oder Creme auftragen, solange die Haut noch leicht feucht ist.

Was viele vergessen, is die Sicherheit. Leg rutschfeste Matten in und vor die Dusche. Ein Haltegriff beim Einstieg und ein Duschhocker können aus etwas Riskantem was Entspanntes machen. Lass das Wasser laufen, bevor du einsteigst, damit du net lang herumstehst – und setz dich hin, wenn dir auch nur a bissl schwindlig wird.

Ein sehr häufiger Fehler sind starke „antibakterielle“ Seifen oder Duschgels, die alles wegstrippen. Klingt beruhigend, reizt aber oft und schädigt empfindliche Haut – und macht’s echten Keimen leichter, einzudringen. Ein anderer Fehler: zu oft peelen mit rauen Handschuhen oder Bürsten; einmal alle 10–14 Tage reicht meistens.

„Nach 60 geht’s bei Hygiene net darum, stärker oder länger zu schrubben“, erklärt Dr. Lena Ortiz, Dermatologin mit Schwerpunkt ältere Erwachsene. „Es geht darum, das zu schützen, was von der Hautbarriere noch da ist. Weniger Seife, weniger Hitze, mehr Pflege. Das is die eigentliche Regel.“

  • Richtige Häufigkeit
    Ganzkörperdusche alle 2–3 Tage, plus tägliches gezieltes Waschen von Gesicht, Achseln, Leiste, Po, Füssen und Hautfalten.
  • Richtige Produkte
    Milde, parfümfreie Reinigungsprodukte und Feuchtigkeitspflege; keine harten Peelings oder aggressiven „antibakteriellen“ Seifen.
  • Richtige Bedingungen
    Lauwarmes Wasser, 5–10 Minuten, rutschfeste Unterlagen, Haltegriffe und – wenn nötig – ein Duschhocker zur Sturzprophylaxe.
  • Richtige Nachpflege
    Abtupfen, dann innerhalb von drei Minuten eincremen, um Wasser „einzusperren“ und reife Haut zu beruhigen.

Auf die eigene Haut hören: Regeln, Ausnahmen und dein persönlicher Rhythmus

Wenn man hört, dass alle 2–3 Tage oft ideal sind, is die Versuchung gross, daraus gleich ein neues, strenges Gesetz zu machen. Aber Körper funktionieren net so. Wenn du viel Sport machst, stark schwitzt, in sehr heissem Klima lebst oder bestimmte Erkrankungen hast, musst du den Rhythmus anpassen. Manche fühlen sich besser mit kurzen, häufigeren Abspül‑Duschen; andere am besten mit einer längeren, aber sehr sanften Dusche plus tägliche „Mini‑Wäschen“.

Wichtig is, wie deine Haut und deine Energie reagieren. Achte auf Signale: Wenn die Beine nach jeder Dusche brennen, wenn der Rücken schuppt, wenn dir danach immer kalt is und du dich ausgelaugt fühlst, passt was in der Routine net. Wenn sich die Haut angenehm, geschmeidig anfühlt und du dich im Bad sicher bewegst, bist du nah an deinem persönlichen Sweet Spot.

Kernaussage Detail Nutzen für dich
Optimale Häufigkeit Ganzkörperdusche alle 2–3 Tage plus tägliches gezieltes Waschen der Schlüsselstellen Schützt reife Haut und hält Geruch sowie Infektionen unter Kontrolle
Sanfte Technik Lauwarmes Wasser, kurze Duschzeit, milde Produkte, sofort eincremen Reduziert Trockenheit, Juckreiz und Mikro‑Risse, die zu Hautproblemen führen können
Sicherheit & Komfort Rutschmatten, Haltegriffe, Duschhocker, auf Schwindel/Müdigkeit achten Senkt Sturzrisiko und macht Hygiene angenehm und langfristig machbar

FAQ:

  • Wie oft „sollt“ ich nach 60 duschen?
    Die meisten Expert:innen empfehlen eine Ganzkörperdusche alle 2–3 Tage, plus tägliches Waschen von Gesicht, Achseln, Leiste, Po, Füssen und Hautfalten. Je nach Aktivität, Klima und Gesundheit a bissl anpassen.
  • Ist es schlecht, wenn i trotzdem gern täglich dusch?
    Net zwingend – wenn du kurz duschst, lauwarm bleibst und sehr sanfte Produkte nur an den Schlüsselstellen verwendest. Direkt danach eincremen wird dann besonders wichtig.
  • Was, wenn i in der Bewegung eingeschränkt bin oder Angst vorm Ausrutschen hab?
    Mach an den meisten Tagen lieber „Waschbecken‑Bäder“ im Sitzen, nutz für Ganzkörperwäsche einen Duschhocker, montier Haltegriffe und rutschfeste Matten und hol dir Hilfe, wenn’s nötig ist. Sicherheit geht vor jedem „perfekten“ Plan.
  • Brauch i wirklich spezielle Duschprodukte für ältere Haut?
    Teure Marken brauchst net, aber milde, parfümfreie Reinigungsprodukte und dickere Cremes/Lotions helfen, die Hautbarriere zu unterstützen statt sie zu strippen.
  • Woran merk i, dass i zu viel oder zu wenig wasch?
    Zu viel: Brennen, Spannungsgefühl, Rötung, Schuppen direkt nach dem Duschen. Zu wenig: dauerhafter Geruch, Reizungen in Falten, wiederkehrende Pilzinfektionen. Dein Hautkomfort is der beste Wegweiser.

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