Draußen is die Straße g’frorn. So a trockene Kält, die da in d’Wangen beißt und aus jedem Atemzug a klane weiße Wolk’n macht. Drinnen geht d’Emma von Zimmer zu Zimmer, tippt mit de Finger auf’s Thermostat und zögert zwischen 19 °C und 21 °C, als würd’s in an häuslichen Krieg Partei ergreifen. D’Energierechnung vom letzten Winter hängt no immer am Kühlschrank. Drei Ziffern, die so g’stochen haben, dass ma’s ned vergisst.
Und trotzdem fühlt sich heuer was anders an. Die alte Regel „19 °C, sonst bist verantwortungslos“ passt nimmer zu ihrem Alltag. Die Kinder zitter’n am Sofa, der Partner dreht heimlich die Heizung a bisserl auf, und jedes Mal, wenn da Kessel zu brummen anfängt, kriecht a schlechtes G’fühl ein.
Wie’s dann hört, dass Expertinnen und Experten jetzt sagen, diese heilige 19-Grad-Regel sei überholt, spitzt’s die Ohren.
Vielleicht san Komfort und Sparen nie an einer einzigen Zauberzahl g’hängt.
Die neue Wohlfühlzone: Warum 19 °C nimmer zu unserm Leben passt
Jahrzehntelang is 19 °C wie a Mantra wiederholt worden. In Broschüren gedruckt, in Kampagnen runtergebetet, in Hausordnungen und Vermieter-Leitfäden reingschrieben. Die Temperatur vom „braven Bürger“.
Aber geh heute in zehn verschiedene Wohnungen, und du spürst zehn verschiedene Klimata. Offene Wohnküchen, schlecht gedämmte Altbauten, Leit, die den ganzen Tag im Homeoffice sitzen, ältere Angehörige, die schneller frieren. Die strenge 19-Grad-Regel wirkt auf einmal wie a Einheits-Pulli, der kratzt.
Fachleute, die tatsächlich echte Wohnungen und echte Körper untersuchen, sagen’s jetzt ganz offen: Die Welt hat sich g’ändert, unsere Gewohnheiten a. Also muss des Thermostat mitgehen.
Nimm den Lucas, 34, Grafiker, der fünf Tage die Woche in seiner kleinen Wohnung arbeitet. In der Energiekrise 2022 hat er sich zwingend an 19 °C g’halten. Dicke Kapuzenjacke, Wollsocken, sogar a Wärmflasche, die er zwischen Zoom-Meetings nachg’füllt hat.
Im Februar war er dauernd müde, hat geschnupft und sich schwer konzentrieren können. Die Leistung is runtergangen, und irgendwann hat er das Thermostat „nur für heut“ auf 20,5 °C g’schoben. Aus „heut“ is still und leise der neue Normalzustand worden.
Wie er mit seiner Ärztin geredet hat, war’s klar: Stundenlang leicht frieren is ned heldenhaft, sondern zehrt aus. Komfort kostet was – aber sturer Unkomfort kostet a.
Thermischer Komfort is ned nur a Zahl am Display. Es is a Gleichgewicht aus Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung, dem, was du anhast, und wie aktiv du bist. A Körper, der still vorm Laptop sitzt, erzeugt ned die gleiche Wärme wie wer, der kocht, putzt oder herumgeht.
Darum geh’n Expertinnen und Experten weg von einer fixen Referenz hin zu einem Wohlfühlbereich. Für die meisten gesunden Erwachsenen liegt der realistische Sweet Spot in Wohnbereichen zwischen 19,5 °C und 21,5 °C, im Schlafzimmer a Spur kühler.
Die „neue Regel“ is weniger moralisch und mehr praktisch: Heizen dort, wo’s zählt, wenn ma wirklich dort is – und akzeptieren, dass 20–21 °C im Wohnzimmer ka Verbrechen am Planeten san.
Empfehlung der Expertinnen und Experten: Wo sollt’s Thermostat jetzt stehen?
Der neue Konsens aus Energieberatung, Bauphysik und Medizin is überraschend einfach: In den Haupt-Wohnbereichen auf rund 20 °C bis 21 °C zielen, und je nach Alter, Gesundheit und Dämmung um 0,5 °C rauf oder runter anpassen.
Im Schlafzimmer kann’s kühler bleiben, so bei 17–18,5 °C, was sogar die Schlafqualität verbessern kann. Küchen, die durchs Kochen Wärme kriegen, kommen oft gut mit 19–20 °C aus.
Der echte Gamechanger is aber die Zonierung: Statt einer Zahl fürs ganze Zuhause lieber a Wohlfühlziel pro Zone. Wohnen, Arbeiten, Schlafen. Dein Körper braucht um 8 in der Früh am Schreibtisch ned des Gleiche wie um 11 am Abend unter der Decke.
In a Falle tapp’n viele Haushalte: Man dreht die Temperatur „a bisserl höher, damit ma’s schneller merkt“. So funktioniert die Heizung ned. Ob du 20 °C oder 25 °C einstellst: Die Geschwindigkeit bleibt gleich – nur die Endrechnung wird höher.
Energieagenturen erinnern: Jedes zusätzliche Grad über 20–21 °C kann den Heizverbrauch um 7 bis 10 % steigern. Über an ganzen Winter wird aus dem weichen Komfort von 23 °C plötzlich a teures Vergnügen.
Des kennt ma: Heimkommen, komplett durchg’frorn, und aus Trotz gegen die Kält das Thermostat raufreißen. Die kleine Geste kann über die Saison zig Euro ausmachen.
Seien ma ehrlich: Ka Mensch macht des jeden Tag perfekt. Ka Mensch kontrolliert jeden Raum, jeden Heizkörper, jeden Abend mit militärischer Genauigkeit.
Am meisten hilft oft a einfache Routine mit ein paar klaren Regeln. Zum Beispiel so:
Expertinnen und Experten reden heute weniger von „der richtigen Temperatur“ und mehr vom „richtigen Rahmen“. Ein kleiner Bereich, mit dem Körper und Geldbörse leben können.
- Wohnzimmer / Arbeitsbereich: 20–21 °C wenn bewohnt, 17–18 °C wenn leer
- Schlafzimmer: 17–18,5 °C in der Nacht, tagsüber ned heizen, wenn’s ungenutzt is
- Bad: bis 22–23 °C, aber nur 30–60 Minuten vor und nach dem Duschen
- Vorzimmer, Gänge: 16–17 °C, des san nur Durchgangszonen
- Tag vs. Nacht: in der Nacht um 2–3 °C absenken mit programmierbarem Thermostat
So a simple „Landkarte“ bringt mehr als der alte 19-Grad-Slogan. Sie passt zum echten Leben.
Leben mit der neuen Regel: Komfort, Gewohnheiten und kleine Rituale
Wennst akzeptierst, dass die „offiziellen“ 19 °C überholt san, wird der nächste Schritt fast intim: Du lernst dein eigenes Komfortprofil kennen. A paar Tage lang hinschauen: Bei welcher Temperatur geht’s dir gut, wennst still sitzt? Ab wann reißt du a Fenster auf, weil’s dumpf wird?
A kleines Notizbuch oder a Notiz am Handy für a Woche kann überraschend aufschlussreich sein. Schreib Thermostatwert, Raum, Uhrzeit und wie’s dir geht auf: kalte Hände, schwerer Kopf, müde, alles passt.
Nach ein paar Abenden siehst a Muster. Des is dein ehrlicher Wohlfühlbereich – ned der, der auf Plakaten steht.
Dazu kommt die emotionale Seite. Viele san mit Eltern aufg’wachsen, die jeden Winter g’sagt haben: „Zieh a Pulli an, wir heizen ned die Straße.“ Alles über 19 °C fühlt sich dann wie Verrat oder Verschwendung an.
Auf der anderen Seite: Jüngere, die 22–23 °C das ganze Jahr gewohnt san, empfinden 20 °C als Strafe. Zwei Welten im selben Wohnzimmer.
Drüber reden hilft. Ned streiten, wer „recht“ hat, sondern Bedürfnisse aussprechen: die Person im Homeoffice, das Baby, das Wärme no ned gut reguliert, die Oma oder der Opa, der schneller friert. Oft ergibt sich dann ganz natürlich ein Kompromiss zwischen 20 und 21 °C.
Das letzte Puzzlestück is, was du machst, bevor du überhaupt am Thermostat drehst.
Ein Energieingenieur hat’s so z’sammg’fasst:
„Viele erwarten, dass das Thermostat Probleme löst, die eigentlich am Gebäude liegen: schlechte Dämmung, Zugluft, falsch eingestellte Heizkörper. Wenn dein Zuhause Wärme verliert, ändern 19 °C oder 21 °C nix am Kernproblem.“
- Heizkörper zu Saisonbeginn entlüften, damit’s ka Kältezonen gibt
- Offensichtliche Zugluft bei Fenstern und Türen mit günstigen Dichtungen abdichten
- Dicke Vorhänge in der Nacht zuziehen, tagsüber aufmachen für gratis Sonnenwärme
- Türen zwischen beheizten und unbeheizten Räumen schließen
- Möbel, die Heizkörper verdecken, wegrücken – auch nur 10–15 cm
Diese kleinen, unspektakulären Handgriffe sparen oft mehr Energie, als von 20 °C auf 19 °C runterzugehen und dabei zu leiden.
Und was is jetzt die „richtige“ Temperatur?
Die alte 19-Grad-Regel hat einen Vorteil g’habt: Sie war klar. A Zahl, ka Diskussion. Heute geben Expertinnen und Experten zu: Die Realität is g’franster, aber a interessanter. Die „richtige“ Temperatur is a Mischung aus Alter vom Haus, Dämmung, Tagesrhythmus, Gesundheit und wie lang ma wirklich daheim is.
Der neue Komfort-Standard is weniger wie a Gesetz und mehr wie a Regler: Im Wohnzimmer bewegt ma sich zwischen 19,5 °C und 21,5 °C, Schlafzimmer kühler halten, und mit Nachtabsenkung und Zonierung unnötigen Verbrauch vermeiden, ohne dass die Wohnung zum Kühlschrank wird.
Manche fühlen sich bei 19,5 °C in ana gut gedämmten Wohnung mit Südfenstern komplett wohl. Andere brauchen 21 °C in am zugigen Altbau – zumindest so lang, bis bessere Dämmung möglich is.
Unterm Strich is der eigentliche Wandel kulturell: Weg von Schuldgefühl und Slogans hin zu ana ehrlichen Frage: Welche Temperatur lässt dich gut leben, arbeiten und ruhen, ohne dass Budget oder Planet drunter leiden? Genau diese Diskussion geht grad in tausenden Haushalten los – manchmal direkt vorm brummenden Heizkörper.
| Kernaussage | Detail | Nutzen für dich |
|---|---|---|
| Neuer Wohlfühlbereich | 20–21 °C in den wichtigsten Wohnbereichen, kühler im Schlafzimmer, kurzzeitig wärmer im Bad | Gibt a realistische Zielspanne statt ana starren 19-°C-Regel |
| Zonierung und Zeitpläne | Unterschiedliche Temperaturen nach Raum und Tageszeit, Nachtabsenkung um 2–3 °C | Senkt Kosten, ohne dass der Alltagskomfort leidet |
| Kleine Effizienzmaßnahmen | Heizkörper entlüften, Zugluft abdichten, Vorhänge richtig nutzen, Heizkörper freistellen | Mehr Komfort und Ersparnis, bevor ma überhaupt an der Zahl dreht |
FAQ:
- Is 19 °C wirklich überholt? 19 °C is ned „falsch“, aber nimmer das universelle Ideal. Expertinnen und Experten reden heute von einem Komfortbereich, in dem 19 °C eher die Untergrenze is – ned die einzig richtige Antwort.
- Welche Temperatur empfehlen Ärztinnen und Ärzte für die Gesundheit? Die meisten Gesundheitsstellen nennen für Erwachsene in Wohnbereichen ungefähr 20–21 °C, a bissl wärmer für Babys, ältere Menschen oder bei bestimmten Erkrankungen.
- Explodiert die Rechnung, wenn i von 19 °C auf 20 °C raufgeh? Ein Grad mehr kostet langfristig grob 7–10 % mehr Heizenergie. Wennst das mit besserer Zonierung und Dämm-Gewohnheiten kombinierst, bleibt der Effekt oft im Rahmen.
- Is es besser, die Heizung niedrig durchlaufen zu lassen oder auszuschalten, wenn i weggeh? Bei Abwesenheiten von mehreren Stunden is es meist effizienter, die Temperatur um a paar Grad zu senken, als konstant zu halten. A programmierbares Thermostat macht das automatisch.
- Was, wenn’s mir bei 20 °C trotzdem kalt is? Dann gibt’s oft Zugluft oder schlechte Dämmung. Mit Dichtungen, Vorhang-Management und einem Heizkörper-Check können sich 20–21 °C deutlich wärmer anfühlen, ohne dassst weiter raufdrehen musst.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen