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Die Psychologie zeigt, welche drei Farben Menschen mit geringem Selbstwert am häufigsten wählen und was das über sie aussagen kann.

Person hält Kleiderbügel mit beigen und dunkelblauen Jacken, stehend in einem Schlafzimmer mit Pflanze und Spiegel.

Auf a Dienstag in da Früh, in am g’stopften G’wandg’schäft, steht a junge Frau wie versteinert zwischen zwoa Pullis. Ana is a leuchtendes Korall, des die Ablag fast zum Strahlen bringt. Da andere is a weiches, fast entschuldigendes Grau. Sie schaut in ihr Spiegelbild, die Finger um die Bügel krampft, und ma sieht den Kampf in ihre Augen. A Verkäuferin geht vorbei und sagt: „Des Korall schaut ur super aus bei Ihnen.“ Sie lächelt, legt’s dann aber leise wieder z’rück und geht zur Kassa – mit’m grauen Pulli fest an die Brust druckt.

Farben reden, bevor ma’s tun.

Und manchmal sagn’s mehr drüber, wie ma sich selber sieht, als ma grad zugeben will.

Wenn da Kleiderschrank flüstert: „I will ned g’sehn werden“

Geh am Montag in da Früh durch irgend a Büro und schau da die Outfits an. Dir falln oft die gleichen drei Töne auf – bei de Leit, die leise durchgeh’n, hinten in Meetings sitzen und nur dann reden, wenn ma sie fragt. Psycholog:innen beobachten scho lang, dass gewisse Farben öfter von Menschen g’wählt werden, die an sich zweifeln, die sich „z’viel“ oder „z’wenig“ fühlen. Die Töne san ned böse oder verboten. Sie verraten halt wos.

A Farb kommt dauernd wieder: mattes Schwarz. A andere versteckt sich ganz unauffällig: ausg’woschenes Grau. Und die dritte überrascht viele: blasses Beige oder „Nude“.

Nimm da Camille, 29, die in Therapie kommen is, weil sie sich in da Arbeit „unsichtbar“ fühlt. Ihr Psycholog hat sie – fast nebenbei – g’fragt, welche Farben sie normal anhat. Sie hat g’lacht und g’sagt: „Schwarz. Immer schwarz. Und grau, wenn i mi ganz wild fühl.“ Wie’s dann Fotos aus ihrer Teenagerzeit ang’schaut ham, is a Muster aufg’fallen: Je mehr ihr Selbstwert g’sunken is, desto dunkler und neutraler san ihre G’wandl word’n.

Mit 15 hat sie angefangen, schwarz zu tragen – nach dem, dass a Lehrer sie vor da ganzen Klass bloßg’stellt hat. Auf da Uni, während am schmerzhaften Beziehungs-Aus, san übergroße Hoodies und lange beige Mäntel dazu kommen, „damit i meinen Körper versteck“. Ihre Farbwahl is ihren emotionalen Blessuren g’folgt wie a stille Zeitleiste.

Psycholog:innen, die Farbvorlieben erforschen, sagn ned: „Wennst Schwarz magst, host an schlechten Selbstwert.“ So einfach is es ned. Schwarz kann Eleganz sein, Macht, Rebellion. Grau kann schickes Minimalismus-G’fühl sein. Beige kann weich und warm sein. Spannend wird’s dann, wenn die Farben ned nur Geschmack san, sondern a Zuflucht.

Wenn wer systematisch helle oder satte Farben meidet und immer des nimmt, was im Hintergrund verschwindet, steckt oft a tiefere G’schicht dahinter: „Schau mi ned an, i bin’s ned wert, dass ma mi bemerkt.“ Die Farbe is ned die Ursache. Sie is des Symptom, eing’näht in den Stoff.

Die drei „Niedrig-Selbstwert“-Farben – und wos sie vielleicht verstecken

Red ma klar: Die drei Farben, die in psychologischen Beobachtungen am öftesten mit niedrigem Selbstwert verknüpft werden, san mattes Schwarz, dumpfes Grau und blasses Beige. Ned jede Variante davon, ned jedes Outfit – sondern a ganz bestimmte Art, wie ma’s nutzt.

Schwarz wird zum Schild. Grau wird zum Nebel. Beige wird zur Tarnung.

Wenn wer Sätze sagt wie „I will kanen auffallen“, „Mir stehen keine Farben“, oder „Die Leit urteilen, wenn i was Helles anzieh“, und alle Laden san voll mit genau den drei Tönen, dann zeigt si a Muster, des über Mode hinausgeht.

Stell da an Mann Anfang 40 vor, grad befördert, und plötzlich muss er Meetings leiten statt nur dabeisitzen. Die Kolleg:innen sagn, er is kompetent, aber er wiederholt dauernd: „I bin ka Führungstyp.“ Wennst seine Outfits über Monate anschaust, siehst immer des gleiche „Uniform“-Prinzip: schwarzer Pulli, graue Chinos, im Winter a beiger Mantel. Ka Muster, ka Akzent, ka Blitz. Alles so g’wählt, dass er am Gruppenfoto verschwindet.

Wie er si endlich an Coach anvertraut, sagt er, er hat panische Angst, „lächerlich auszuschauen“. Helle Farben fühlen sich gefährlich an, als würden’s aufdecken, wie unsicher er is. Also zieht er des an, was er für die sicherste Option hält: neutral, unsichtbar, vergessbar. Seine Kleidung is ned nur Kleidung. Sie is a Strategie.

Farbpsycholog:innen erklären des so: Unser Hirn verbindet Farben mit Empfindungen, Erinnerungen, sozialen Codes. Wenn da Selbstwert niedrig is, greift da Körper fast instinktiv zu dem, was am sichersten wirkt. Mattes Schwarz schluckt Licht und Aufmerksamkeit; des kann a Gefühl von Kontrolle geben. Dumpfes Grau passt in jede Umgebung; es sagt: „Ned wegen mir.“ Blasses Beige verschmilzt mit Hauttönen und Stadtwänden; des is optisch wie a Flüstern.

Das Problem taucht auf, wenn die Wahl ned bewusst is. Wenn wer sagt: „I woaß ned, i greif halt immer zum schwarzen Teil“, dann wird’s interessant zum Hinschauen. Oft trägt die Farbe a versteckte Überzeugung: „Wenn i verschwinde, werd i weniger beurteilt.“

Farbe als a klane, sanfte Rebellion gegen Selbstzweifel

Du musst jetzt ned deine schwarzen Jeans oder den beigen Trench wegschmeißen. Es geht ned ums Verbieten, sondern ums Zurückholen. A einfache Methode, die manche Therapeut:innen verwenden, is „an Schritt heller“. Du springst ned von ganz-schwarz auf Neon-Gelb über Nacht. Du gibst a klanes, leicht mutigeres Element dazu.

Wennst normal von Kopf bis Fuß schwarz trägst, start mit am farbigen Accessoire: a tiefgrüner Schal, a Navy-Hemd, a bordeauxrote Tasche. Wenn deine Palette hauptsächlich grau is, versuch a bissl wärmeres Grau oder a gedämpftes Blau dazu. Klane Schritte, ka kompletter Umbau. Die Idee is, auszuprobieren, wie Körper und Kopf reagieren, wennst a Spur sichtbarer bist.

A typische Falle is, des in a perfektionistisches Projekt zu verwandeln: 30-Tage-Challenge, lange Regeln, a „neues Ich“, des nach ana Woche zamfällt. Seien ma ehrlich: Des macht kana wirklich jeden Tag. Wie ma si anzieht, rührt an tiefe Teile von da eigenen G’schicht und an die Ängste. Des kann ma ned hetzen.

Vielleicht ziehst in da Früh a rotes Shirt an, liebst es fünf Minuten – und kriegst dann Panik und wechselst wieder auf schwarz, bevorst aus’m Haus gehst. Des is ka Scheitern. Des san Daten. Es zeigt da, wo heut deine Grenze liegt. Wennst Farbe wie a Experiment siehst und ned wie a Prüfung, nimmt des Druck und Scham a Stück weg.

Manche Coaches laden ihre Klient:innen ein, a „Support-Farbe“ auszusuchen, die sich sicher, aber lebendig anfühlt – und die an schwierigen Tagen in der Nähe zu haben. Des kann a petrolfarbens Notizbuch sein, a rostfarbener Häferl oder a fliederfarbene Handyhülle. A winziges Stück Farbe, des di dran erinnert, dassd im Bild existieren darfst.

„Farbe geht ned drum, laut zu sein“, sagt a klinische Psychologin, die mit Erwachsenen Kunsttherapie macht. „Es geht drum, dassd da selber erlaubst, in deinem eigenen Leben a bissl Platz einzunehmen.“

  • Fang beim Testen mit helleren Tönen mit Accessoires an, ned glei mit ganzen Outfits.
  • Beobacht, welche Situationen di z’rück in Schwarz oder Grau druckn: Meetings, Dates, Familienfeiern.
  • Behalt a „Wohlfühl-Neutral“ für Tage, wo’d di verletzlich fühlst – ohne Schuldg’fühl.
  • Nutz Fotos: vergleich, wie’d di fühlst, wennst di in neutralen vs. leicht farbigeren Outfits siehst.
  • Frag di sanft: „Wenn i mi heut wirklich ganz mögen würd – welche Farbe würd i wählen?“

Was deine Lieblingsfarben über di sagn könnten … und was ned

Farbpsychologie fasziniert, weil’s mit was spielt, des ma heimlich gern ham: entschlüsselt werden. Es hat was Eigenartiges, wenn ma denkt: „I trag Schwarz, also bin i tiefgründig“, oder „I mag Beige, also bin i ruhig.“ In echt is es selten so sauber. A Mensch kann knalliges Gelb lieben und trotzdem sein Spiegelbild hassen. Wer in Schichten aus Grau herumläuft, kann innerlich voller Energie und Selbstachtung sein.

Wirklich nützlich wird’s dort, wo deine Farbauswahl mehr wie a Gefängnis wirkt als wie a Vorliebe. Wennst den Kasten aufmachst und di fad, traurig oder klein fühlst. Wennst immer wieder den gleichen schwarzen Pulli kaufst, obwohl a Teil von dir nach was anderem verlangt.

Die drei „Niedrig-Selbstwert“-Farben – mattes Schwarz, dumpfes Grau, blasses Beige – san ka Feinde. Es san Signale, die ma mit Neugier hören sollt, ned mit Urteil. Du könntest di fragen: Wann hab i so zum Anziehen ang’fangen? Wen wollt i ned verärgern, ned provozieren, ned enttäuschen? Gab’s a Zeit, wo i Farben geliebt hab – und dann plötzlich aufgehört?

Die Fragen können a bissl weh tun, aber sie sperren auch Türen auf. Vielleicht merkst, dass dein Kleiderschrank G’schichten trägt, die dein Mund nie erzählt hat: alte Scham. alte Kritik. alte Angst, „z’viel“ zu sein.

Manche Leit behalten nach der inneren Arbeit ihr Schwarz und Beige, aber tragen’s anders: bessere Schnitte, Texturen, a mutiges Detail. Andere laden langsam Kobaltblau, Terrakotta, zartes Rosa ein. Es gibt ka richtige Antwort und ka moralische Belohnung für „bunteste Person des Jahres“. Entscheidend is die innere Haltung.

Wennst morgen an grauen Pulli nimmst und denkst: „I wähl den, weil i ihn mag – ned weil i mi versteck“, dann hat die Farbe ihre Bedeutung scho g’ändert. Da Stoff is der gleiche. Die G’schicht nimmer.

Kernpunkt Detail Wert für die Leser:innen
Drei verräterische Farben Mattes Schwarz, dumpfes Grau und blasses Beige werden oft übernutzt von Menschen, die Sichtbarkeit fürchten Hilft da, zu merken, wann dein Stil eher Selbstzweifel spiegelt als persönlichen Geschmack
Farbe als Schild Die Töne können als emotionaler Panzer oder Tarnung in sozialen Situationen dienen Gibt Worte dafür, warum du di in manchen Outfits „sicherer“ fühlst
Sanftes Ausprobieren Mit der Methode „an Schritt heller“ langsam lebendigere Töne dazugeben Bietet an realistischen, ned einschüchternden Weg, über Alltagsentscheidungen Selbstvertrauen aufzubauen

FAQ:

  • Heißt, wenn i Schwarz mag, hab i automatisch an niedrigen Selbstwert? Nein. Schwarz kann vieles signalisieren: Eleganz, Kreativität, Praktikabilität. Es wird erst dann bedenklich, wenn’s die einzige Farbe is, die’d du tolerierst – strikt, um ned aufzufallen.
  • Kann wer mit hohem Selbstwert trotzdem hauptsächlich Neutrales tragen? Ja. Der Unterschied liegt in da Absicht. A selbstsichere Person sagt meist: „I lieb den Stil“, ned: „Alles andere schaut falsch aus bei mir“ oder „Die Leit urteilen, wenn i Farbe trag.“
  • Gibt’s Farben, die immer hohen Selbstwert bedeuten? Nein. Keine Farbe hat a universelle, fixe Bedeutung. Helle oder satte Töne werden oft von Menschen g’wählt, die mit Sichtbarkeit gut können – aber Kontext, Kultur und Persönlichkeit spielen immer mit.
  • Wie fang i an, wenn mi helle Farben schrecken? Ganz klan: a farbiger Stift, a Handy-Hintergrund, Socken, die du siehst, aber andere ned. Dann zu unauffälligen Accessoires, bevorst Hauptteile änderst.
  • Sollt i des mit ana Therapeutin / am Therapeuten besprechen? Wenn Selbstbild, Körperbild oder soziale Angst schwer auf dir liegt, kann’s wirklich helfen. G’wand und Farben san oft a leichter Einstieg in tiefere Gespräche drüber, wie’d du di selber siehst.

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