Zum Inhalt springen

Die hitzetolerante, trockenheitsliebende Pflanze macht jeden Garten zum Paradies für Schmetterlinge.

Person pflanzt Lavendel im Garten, Schmetterlinge fliegen, Gießkanne und Schaufel daneben.

Der erste Schmetterling ist ned mit einem großen Auftritt daherkommen.
Er is einfach auf der heißen Juliluft dahingetaumelt – a kleines oranges Komma über an müden, sonnenverbrannten Rasen. So a Rasen, wia’n viele von uns nur zu guat kennen: fleckig, durstig, bis August a bisserl peinlich. Aber direkt neben dem ausgelaugten Gras hat in einer Ecke auf einmal die Farbe gebrannt – violette Blütenkerzen, die im Wind gschwankt haben, Bienen, die g’summt haben wie a leises Radio, und a Dutzend Schmetterlinge, die g’schwebt sind, als hätt wer a unsichtbares „Frei“-Schild in den Himmel g’hängt.

Das Überraschende? Die lebendige Ecke hat fast ka Wasser kriegt.

Alles hat sich um a eher unscheinbare, hitzeliebende Pflanze gedreht.

Die trockenheitsfeste Blüte, der Schmetterlinge ned widerstehen können

Gartencenter drücken uns gern durstige Divas aufs Aug – Rosen, Hortensien, saftig-grüne Teppiche, die Liter um Liter schlucken. Und dann gibt’s die Pflanze, die bei 38 °C (100 °F) einfach die Schultern zuckt und a Woche ohne Gießen so nimmt, als wär’s gar nix: der Sommerflieder, also Buddleja.

Der Name klingt fast zu passend, aber was rund um an ausgewachsenen Sommerflieder an einem heißen Nachmittag los is, is wie a Beweis live. Hohe, bogige Triebe halten der prallen Sonne stand. Duftige Blütenrispen triefen vor violetten, rosa oder weißen Blüten. Schmetterlinge kommen, kreisen, bleiben – als hätt endlich wer das Café aufgsperrt, auf das’s den ganzen Sommer warten.

Eine Leserin aus Arizona hat mir erzählt, sie hat a winziges Sommerfliederl in a steinhartes Eckerl beim Postkastl g’setzt. Der Boden hat ausgschaut wie gebackener Lehm. Die Wasservorschriften waren streng. Sie hat fast damit g’rechnet, dass die Pflanze bei der ersten Hitzewelle aufgibt.

Im zweiten Sommer war der Strauch doppelt so groß. Monarchfalter, Schwalbenschwänze und sogar Kolibris haben über dem schmalen Gehsteig g’hovered wie in der Stoßzeit. Nachbarn haben langsamer g’fahren, nur um zu schaun, was da abgeht. A Platz, der früher Müll und trockene Blätter gesammelt hat, is plötzlich zum lebendigsten Quadratmeter in der ganzen Gassn worden – mit fast ka Aufwand.

Buddleja schafft das, weil’s evolutionär aus harten Gegenden kommt. Tiefe Wurzeln suchen Wasser unter der Oberfläche. Schmale, teils silbrig schimmernde Blätter verlieren in der gleißenden Sonne weniger Feuchtigkeit. Wenn die Pflanze erst einmal eingewachsen is, reicht in vielen Regionen a leichtes, gelegentliches Gießen – vor allem, wenn a Mulchschicht am Boden liegt.

Die echte Magie steckt in den langen Blütenrispen. Die sind Landebahn und Tankstelle in einem. Voll mit Nektar füttern’s Schmetterlinge genau dann, wenn viele Rasen braun und still werden. Wenn sich dein Garten im August wie a tote Zone anfühlt: Das is die Pflanze, die das Blatt wendet.

Wie du Sommerflieder so pflanzt, dass er wirklich gedeiht – ned nur überlebt

Fang mit der Sonne an. Sommerflieder liebt Hitze, also nimm den hellsten, gnadenlossten Platz im Garten – dort, wo andere Pflanzen grantig werden. Südseitige Beete, Randstreifen am Gehsteig, schottrige Ecken bei der Einfahrt, der Fleck, wo der Schlauch grad so hinreicht. Das is Buddleja-Land.

Grab a Loch, ungefähr doppelt so breit wie der Topf, aber nur so tief wie der Wurzelballen. Lockere die Ränder mit’m Spaten, damit die Wurzeln leichter rausfinden. Bei schwerem Lehmboden misch a bissl groben Sand oder feinen Schotter rein. Es geht mehr um Drainage als um fette Nährstoffe. Dann einmal gründlich angießen, setzen lassen – und in Ruh lassen.

Viele pampern Sommerflieder wie zickige Rosen und wundern sich dann, wenn er umkippt oder verfault. Der häufigste Fehler? In gatschige, übergossene Beete pflanzen oder in Senken, wo sich Regen sammelt. Das is a wüstenfreundliche Seele im Festgwand – sie will’s magerer.

A weitere Falle: ihn ohne jährlichen Rückschnitt zu hoch und „haxert“ werden lassen. Die wachsen kräftig. Ein Schnitt im Spätwinter auf ungefähr ein Drittel der Größe hält ihn kompakt, blühfreudig und weniger bruchgefährdet bei Wind. Den Moment kennt eh jeder: Plötzlich is aus dem netten Strauch a kleines, ungeschicktes Bäumchen worden.

Und dann gibt’s die ökologische Frage – und die verdient Ehrlichkeit. In manchen Regionen breiten sich gewisse Buddleja-Arten zu leicht aus. Darum bieten viele Baumschulen mittlerweile sterile oder samenarme Sorten an.

„Pflanz Sommerflieder wie a Nektar-Bar, ned wie a Unkraut“, sagt Claire, Gemeinschaftsgärtnerin in New Mexico. „Wir nehmen moderne sterile Sorten, schneiden Verblühtes raus und kombinieren immer heimische Raupen-Futterpflanzen in der Nähe.“

  • Sterile oder samenarme Sorten wählen – Achte auf Hinweise wie „nicht invasiv“ oder „samenlos“, damit sich nix ungewollt ausbreitet.
  • Verblühte Blütenrispen ausputzen – Das fördert neue Blüten und reduziert Samenfall.
  • Mit heimischen Wirtspflanzen kombinieren – Seidenpflanze (Milkweed), Astern, Sonnenhut (Coneflower) und heimische Gräser geben Raupen Futter und Schutz.
  • Tief, aber selten gießen – Längere, seltene Wassergaben trainieren die Wurzeln, tiefer zu gehen, und helfen bei Hitzewellen.
  • Einmal im Jahr zurückschneiden

Aus einem trockenen Garten a Schmetterlings-Korridor machen

Wennst einmal diese erste Flügelwolke um an einzelnen Sommerflieder gsehen hast, fangt der Kopf zum Spinnen an. Was, wenn entlang vom Zaun lauter solche violetten Spitzen stehen? Was, wenn der kahle Streifen beim Gehsteig zu einer Nektar-Autobahn wird und deinen Garten mit dem Bestäuber-Platzl vom Nachbarn weiter unten in der Straße verbindet?

Eine Pflanze is a Zwischenstopp. Drei, fünf oder sieben, verteilt im Garten, werden zu einer Route. Auf einmal is dein trockener, sonnengebackener Garten kein Problem mehr zum Verstecken, sondern a Leinwand für Farbe mit wenig Wasser – und a kleines Stück Lebensraum, das ins Stadtgewebe eing’näht is.

Kernpunkt Detail Nutzen für dich
Den richtigen Platz wählen Volle Sonne, gut drainierter Boden, weg von dauerhaft nassen Bereichen Gesunde Pflanzen mit weniger Problemen und stärkeren Blüten
Pflege mit wenig Wasser Tief, aber selten gießen; Mulch rund um die Basis Niedrigere Kosten, weniger Arbeit, bessere Trockenheitsresistenz
Schmetterlings-Magnet-Effekt Langanhaltende, nektarreiche Blüte durch die heißesten Monate Ein lebendigerer, bunterer Garten, der Bestäuber unterstützt

FAQ:

  • Frage 1: Ist Sommerflieder wirklich trockenheitsverträglich, sobald er eingewachsen ist?
  • Frage 2: Überlebt Sommerflieder in einem kleinen Garten oder im Topf/Kübel?
  • Frage 3: Bevorzugen Schmetterlinge Buddleja tatsächlich gegenüber anderen Blüten?
  • Frage 4: Ist Sommerflieder dort, wo ich wohne, invasiv?
  • Frage 5: Wie lang dauert’s, bis ich nach dem Pflanzen Schmetterlinge sehe?

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen