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Die 19-Grad-Heizregel gilt nicht mehr: Experten nennen die neue ideale Wohlfühltemperatur fürs Energiesparen.

Frau stellt Temperatur am Thermostat ein, während sie eine Tasse hält. Gemütliches Wohnzimmer im Hintergrund.

Der Timer am Boiler blinkt 19 °C in grellroten Ziffern – wie a stummer Befehl aus ana andern Zeit. Du ziehst an Pullover an, dann Socken, dann den alten Cardigan, den du eh ned wirklich magst – und trotzdem san d’Händ kalt. Draußen is die Gass ruhig. Drinnen brummen die Heizkörper leise vor sich hin, so wia immer. Und trotzdem geht dir der Gedanke ned aus’m Kopf: Frier i da grad umsonst – nur damit i a Regel einhalt, die eh nimmer passt?

Wir kennen des alle: der Moment, wo ma si fragt, ob Komfort und Energiesparen wirklich Feinde san – oder nur zwei schlecht vorgstellte Mitbewohner.

In letzter Zeit sagen Expert:innen endlich laut, was viele daheim längst spüren: Die berühmte 19-Grad-Regel hat ausgspielt.

Der 19-Grad-Mythos trifft aufs echte Leben

Die 19-Grad-Regel is in ana Welt entstanden mit Ölkrisen, dicken Pullis und Einfachverglasung. Am Papier war’s logisch: Thermostat auf 19, Energie sparen, fertig. In der Praxis haben si aber unsere Wohnungen, unsere Arbeit und sogar unsere Körper verändert. Bessere Dämmung, mehr Elektronik, mehr Zeit im Homeoffice. Heit is 19 °C in am schlecht gedämmten Vorraum ned des Gleiche wie 19 °C in am gut abgedichteten Wohnzimmer voller Bildschirme und Lampen.

Die alte Zauberzahl passt nimmer zu dem, wia ma wirklich lebt.

Nehmen ma zum Beispiel Léa und Antoine: a Paar in am Wohnblock aus de 1990er am Stadtrand von ana Großstadt. Jahrelang haben’s brav bei 19 °C g’halten, Schicht um Schicht anzogen, während ihr Kleinkind im Fleece-Anzug durchs Wohnzimmer tappst. Letzten Winter, völlig zermürbt vom Dauerfrösteln, haben’s a Energieberaterin g’holt. Zwei Stunden hat’s gemessen: Wärmeverluste, Fenster, und vor allem, wo sie sich tagsüber wirklich aufhalten.

Ihr Urteil hat’s verblüfft: Für ihre Wohnung wären 20,5 °C am Tag und 18,5 °C in der Nacht die beste Balance aus Komfort und Verbrauch.

Die Erklärung war simpel. Ihre Wohnung, gut gedämmt und südseitig, sammelt am Nachmittag passiv Wärme. Fernseher, Computer und Küchengeräte liefern „versteckte“ Grad dazu. In so am Setting führt das starre Festhalten an 19 °C zu häufigem Ein- und Ausschalten – und paradoxerweise zu Mehrverbrauch. Die ideale Temperatur, hat sie erklärt, is nimmer a einzelne Zahl, sondern a Bereich, abgestimmt auf dein Zuhause, deinen Rhythmus und dein Kälte-/Wärmeempfinden.

Expert:innen kommen mittlerweile auf a flexiblere Idee: a Komfortband von ungefähr 19,5 °C bis 21 °C für Wohnbereiche – mit g’scheiten Absenkungen in der Nacht und in wenig genutzten Räumen.

Die neue Regel: a g’scheites Komfortband statt a Zauberzahl

Die erste konkrete Änderung is: Statt 19 °C zu „verehren“, denk in ana Tageskurve. Während aktiven Zeiten im Hauptwohnraum empfehlen viele Expert:innen heit 20–21 °C, besonders wenn du viel sitzt oder am Schreibtisch arbeitest. In der Nacht oder wennst weg bist, darf’s ruhig auf 17–18,5 °C runter – das spart Geld, ohne dass die Wohnung zum Kühlhaus wird.

Genau in diesen 2–3 °C Unterschied steckt oft das echte Sparpotenzial – ohne dass dir die Wärme fehlt, die’s daheim erst gemütlich macht.

Die große Falle: auf die Anzeige am Thermostat starren und die eigenen Empfindungen ignorieren. Viele frieren sich bei 19 °C runter und kompensieren dann mit längeren heißen Duschen, mehr Trockner-Läufen oder an Heizlüfter in einem Zimmer. Ehrlich: Des macht kaum wer wirklich jeden Tag gleich. Die reine 19-Grad-Theorie prallt auf den Alltag mit Hausaufgaben, Online-Meetings, Fernsehabenden und Küchenhitze.

Energiespezialist:innen empfehlen daher an simplen Test: Such dir a Wochenende aus, stell’s Wohnzimmer auf 20,5 °C und beobacht. Wia ziehst di an? Brauchst no a Schicht drüber? Läuft die Heizung ruhiger?

Die Analyse is fast immer ähnlich: A bissl wärmer, aber stabiler, kann effizienter sein als zu niedrig – wenn das ständig Nachregeln auslöst. Ein Experte hat’s so zusammengefasst:

„Energie spart ma ned dadurch, dass ma friert. Energie spart ma durch Konstanz, Dämmung und den Mut, die Regel ans echte Leben anzupassen.“

Wennst nach der Logik gehst, ergeben si ein paar praktische Richtwerte:

  • 20–21 °C in Wohnbereichen, wennst aktiv bist, aber meistens sitzt
  • 18–19 °C in Schlafzimmern und weniger genutzten Räumen
  • 17–18 °C in der Nacht oder wennst länger als 2–3 Stunden weg bist
  • Pro Zone lieber eine stabile Einstellung, statt ständig am Thermostat herumzudrehen
  • Achte drauf, wie’s dir nach einer Stunde geht – ned in den ersten fünf Minuten

Wie du dein Zuhause auf den neuen Komfortstandard einstellst

Die wirksamste Methode is fast enttäuschend einfach: Nimm deinen Hauptwohnraum und mach a Drei-Tage-Temperaturprobe.
Tag 1: 19,5 °C. Tag 2: 20,5 °C. Tag 3: 21 °C.
Jeden Tag lass die Einstellung mindestens acht Stunden stabil laufen, während du normal lebst. Kein nervöses Nachstellen, keine Panikreaktionen. Am Ende von jedem Tag notier drei Dinge: Komfort, Kleidung und ob’s Kondenswasser an den Fenstern gibt.

Die meisten Haushalte merken schnell: Der echte Wohlfühlpunkt liegt oft leicht über 19 °C, aber über 21 °C bringt kaum mehr Komfort – bei deutlich höherer Rechnung.

Viele tappen in die gleichen Fallen. Sie heizen die ganze Wohnung auf a einheitliche Temperatur, inklusive Gänge und Räume, die kaum genutzt werden. Sie drehen in der Früh voll auf, reißen zwanzig Minuten später die Fenster auf „für frische Luft“ und wundern si dann über die Kosten. Sie hängen Wäsche über Heizkörper oder stellen Möbel davor und fragen si, warum die Heizung ständig „nachfordert“.

A Energieingenieurin hat ma erzählt, sie sagt bei der Hälfte ihrer Termine immer das Gleiche – freundlich, aber bestimmt: Ziel is ned, die Wände sofort heiß zu kriegen, sondern die Luft dort sanft zu stabilisieren, wo ma wirklich lebt.

Sie hat’s im Gespräch so formuliert:

„Die beste Temperatur is die, die ma kaum bemerkt. Du bist weder zu warm noch zu kalt – du lebst einfach, und die Heizung läuft im Hintergrund, statt dein Leben zu bestimmen.“

Dafür empfehlen Expert:innen oft a kleine Checkliste, die ma neben den Thermostat kleben kann:

  • Zonen definieren: Tagbereich (Wohnzimmer, Büro), Nachtbereich (Schlafzimmer), Nebenbereiche (Gang, Abstellraum)
  • Jeder Zone an realistischen Bereich geben: Komfortband statt starrer Zahl
  • Nachtabsenkung programmieren, statt alles händisch ein/aus zu schalten
  • Kurz und kräftig lüften, statt Fenster stundenlang gekippt lassen
  • Einstellungen jede Saison prüfen – oder nach Änderungen (neue Fenster, mehr Homeoffice, Baby kommt)

A neue Sicht aufs Warmsein daheim

Hinter dem Wechsel von 19 °C zu am flexiblen Komfortband steckt mehr als a Thermostat-Debatte. Es geht um a neue Beziehung zur eigenen Wohnung – irgendwo zwischen finanzieller Vernunft und dem einfachen Wunsch, ned so zu leben, als würd ma in den eigenen vier Wänden campieren. Für manche is das Hochstellen auf 20,5 °C a kleine Form von Selbstfürsorge. Für andere fühlt si des Absenken der Schlafzimmer auf 18 °C in der Nacht überraschend gut an, wenn dann die Rechnung kommt.

Die nackte Wahrheit: Die „ideale“ Temperatur kommt nimmer aus ana allgemeinen Regel, sondern aus der stillen Verhandlung zwischen deinen Wänden, deinen Gewohnheiten und deinem Budget.

Diesen Winter wird die Frage vermutlich nimmer „Bist eh auf 19 °C?“ heißen, sondern subtiler: „Was is dein Komfortband?“ Die Antwort wird von Gebäude zu Gebäude und von Familie zu Familie anders sein. Manche merken, dass 19,5 °C im Wohnzimmer reicht, sobald die Fenster besser gedämmt san. Andere akzeptieren, dass 21 °C ihr Minimum fürs lange Arbeiten daheim is – und sparen dafür anderswo, mit besserer Programmierung oder kleinen Dämmmaßnahmen.

Die neue Regel is weniger heroisch und mehr menschlich: Anpassen statt aushalten.

Kernpunkt Detail Nutzen für dich
Komfortband statt fixer 19 °C Ziel: 20–21 °C in Wohnräumen, 18–19 °C im Schlafzimmer, mit Nachtabsenkung Echten Komfort finden, ohne dass die Energiekosten ausufern
Stabilität schlägt ständiges Nachstellen Pro Zone stabile Werte, möglichst wenig Thermostat-Spielerei Weniger Verbrauch bei besserem Alltagskomfort
Drei-Tage-Temperaturprobe 19,5 / 20,5 / 21 °C testen, Komfort & Gewohnheiten notieren Persönlicher Referenzwert statt pauschaler Empfehlung

FAQ

  • Is 19 °C wirklich für alle veraltet?
    Ned komplett. In gut gedämmten Wohnungen und bei Haushalten, die viel in Bewegung san, kann 19 °C weiterhin angenehm sein. Veraltet is die Idee, dass es für alle das ideale Universalmaß is. Heut redet ma eher von Bereichen, angepasst an Nutzung und Gebäudequalität.
  • Welche Temperatur empfehlen Expert:innen jetzt fürs Wohnzimmer?
    Meistens a Komfortband von ungefähr 20 bis 21 °C fürs Wohnzimmer und fürs Homeoffice – besonders, wennst viele Stunden sitzt. Ziel is a stabile, moderate Wärme statt „niedrig, aber unangenehm“.
  • Explodiert meine Rechnung, wenn i von 19 °C auf 20,5 °C geh?
    Ned zwingend. Wennst dafür stabiler fährst, nachts absenkst und Heizlüfter oder langes Überheizen vermeidest, kann der Effekt überschaubar bleiben. Der echte Verlust kommt oft von schlechter Dämmung und chaotischer Thermostat-Nutzung.
  • Und Schlafzimmer – sollen die auch 20–21 °C haben?
    Die meisten Schlaf- und Energieexpert:innen sind sich einig: A kühleres Schlafzimmer um 17–19 °C is gesünder und günstiger. Wärmere Temperaturen passen eher in Wohn- und Arbeitsbereiche.
  • Woran merk i, ob mein Zuhause gut eingestellt is?
    Achte auf drei Zeichen: Du denkst nimmer dauernd dran, ob dir kalt oder warm is; die Heizung läuft ruhig ohne ständiges Ein-Aus; und die Kosten bleiben im Rahmen – passend zu Wohnform und lokalem Klima.

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